Bundesweiter Vorlesetag 2.0

Bereits seit unzähligen Jahren beteiligt sich unser Haus am bundesweiten Vorlesetag. In diesem Jahr haben wir jedoch ein bisschen geschummelt und den schulfreien Buß- und Bettag zu unserem Vorlesetag gemacht. Somit war es möglich eine neue Generation einzubinden und das Ergebnis war überwältigend: Unseren Kindern wurden 420 Vorleseminuten geschenkt!

Häufig war es in den vergangenen Jahren so, dass Eltern gern zum Vorlesen gekommen wären, aber es zeitlich nicht einrichten konnten. So entstand die Idee, den schulfreien Buß- und Bettag zum Vorlesetag zu machen und ganz aktiv nicht nur Eltern und Großeltern, sondern vor allem auch die Geschwister unserer Kinder einzuladen. Unser hausinterner Aufruf ging viral und die Resonanz überraschte uns alle. Familien, deren Kinder schon seit Jahren nicht mehr in unserem Haus betreut wurden, erfuhren von der Idee und baten darum, auch dabei sein zu dürfen. Es meldeten sich so viele ehemalige Kindergartenkinder zum Vorlesen an, dass wir die ursprüngliche Zeitplanung mehrfach erweiterten und der diesjährige Vorlesetag zu einem fröhlichen Ehemaligentreffen wurde.

Unsere Kindergartenkinder hörten spannende Geschichten, die teilweise sogar von den Schulkindern selbst damals in unserer Geschichtenwerkstatt geschrieben wurden und staunten darüber, wie schnell ihre Freundinnen und Freunde, die doch vor kurzem noch bei uns in der Vorschule waren, das Lesen gelernt hatten. Die Grundschulkinder berichteten stolz, wie das Lesenlernen funktioniert und machten der folgenden Generation Lust darauf, es ihnen gleichzutun. „Wenn du selber lesen kannst, dann ist das richtig cool. Dann kannst du alles lesen, was dich interessiert und musst nicht warten, bis jemand Zeit zum Vorlesen hat.“ Gymnasiasten zeigten den Kindern auf, dass das Vorlesen die Grundlage für ganz viele Fähigkeiten bildet, die in der späteren Schullaufbahn gebraucht werden. „Wenn du Geschichten hörst, dann lernst du gut zuzuhören und dir viele Dinge zu merken. Außerdem lernst du immer neue Wörter. Das ist gut, wenn du später Aufsätze schreiben musst.“

Ein leidenschaftlicheres Plädoyer für das (Vor-)Lesen ist wohl kaum möglich.