Wir sind eine Sprach-Kita. Was bedeutet das?
„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Ludwig Wittgenstein
Sprache ist die Grundlage für Bildung und aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Ein erfolgreicher Spracherwerb legt den Grundstein für eine gute Bildung, beruflichen Erfolg und für Integration. Unsere Einrichtung nahm von 2016 bis Mitte 2023 am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend förderte mit diesem Programm die sprachliche Bildung als Teil der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung. Mitte 2023 gingen die Sprach-Kitas in die Verantwortung der Länder über. Das Landesprogramms des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales fördert mit dem Programm die alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung, die Zusammenarbeit mit Familien, die Umsetzung inklusiver Pädagogik sowie den Einsatz digitaler Medien in der sprachlichen Bildung. Es stellt zusätzliche Mittel zur Verfügung mit denen eine halbe Stelle für eine Fachkraft für Sprachförderung finanziert wird. Ziel des Programms ist die Verankerung alltagsintegrierter sprachlicher Bildung. Das Aufgabenfeld der Sprachfachkraft umfasst die sprachpädagogische Arbeit mit den Kindern, die Begleitung und Unterstützung des Teams zum Thema Spracherwerb und -förderung sowie die Zusammenarbeit mit und Beratung von Eltern zu Fragen der Sprachentwicklung und -förderung.
Alltagsintegrierte Sprachförderung bedeutet, den Blick offen zu halten für Situationen und Angebote, die Sprache und das Sprechen fördern. Dabei schließt die Konzentration auf den Bildungsbereich Sprache eine Förderung der anderen Bildungsbereiche nicht aus, denn Sprache ist überall – in Musik genauso wie in Bewegung, in Kunst wie auch im sozialen Miteinander.
Ziele der sprachlichen Bildungsarbeit
Sprachliche Bildung sehen wir als einen längerfristigen Prozess bei dem wir alle Kinder begleiten und unterstützen. Unser Ziel ist dabei, Sprache als Schlüsselkompetenz und Werkzeug der Kommunikation zu sehen. Die Kinder erhalten kontinuierlich Anregungen und Begleitung bei ihrer sprachlichen Entwicklung. Sie erleben Sprache als Instrument um sich auszudrücken und sich anderen mitzuteilen. Dabei unterstützen wir die Kinder alltagsintegriert in den Bereichen der Sprachproduktion, dem Aufbau des Wortschatzes, beim Sprachverstehen und der Satzbildung sowie im Bereich Literacy, auch als Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb. Die heterogenen sprachlichen Voraussetzungen und die sprachliche Vielfalt der Kinder stellt dabei eine Bereicherung für unser Haus dar.
Umsetzung im pädagogischen Alltag
Voraussetzung für eine gelingende Sprachbildung ist eine Atmosphäre in der sich die Kinder wohlfühlen und respektiert werden. Auf dieser Grundlage handelt das pädagogische Personal als kompetenter und feinfühliger Gesprächspartner, erkennt Bildungschancen im Handlungsfeld Sprache und achtet auf eine sprachanregende Raumgestaltung. Sprachbildung findet in zahlreichen Situationen unseres pädagogischen Alltags statt. Ergänzend dazu plant das pädagogische Personal ausgehend von Beobachtungen, Aktivitäten im Bereich Sprache und Literacy.
Beispiele aus der Praxis finden Sie hier.