Aktuelles · Kinderrechte 25. Oktober 2019 · HO

„Kinder haben das Recht auf Partizipation“

Kulturelle Bildung ist Bestandteil und Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe. Der Berliner FRÖBEL-Kindergarten Freudenberg führte ein Kunstprojekt durch, bei dem sich die Kinder intensiv mit dem Areal ihres Kindergartens auseinandersetzten und Selbstwirksamkeit erfuhren.

Motiv aus dem FRÖBEL-Leitbild: "Kinder haben das Recht auf Partizipation."

Die Teilhabe aller ist Merkmal einer funktionierenden Gesellschaft - das beginnt bereits bei der frühen Bildung. So ist Partizipation eines der zentralen handlungsleitenden Prinzipien, nach denen pädagogische Fachkräfte bei FRÖBEL arbeiten und fest im FRÖBEL-Leitbild verankert. Kinderparlamente sind ein sichtbarer, "institutionalisierter" Ausdruck der Teilhabe von Kindern in Kitas. Entscheidend ist aber, dass Kinder in ihren Rechten gestärkt werden und im Kita-Alltag die Möglichkeit haben, sich mit ihren Wünschen und Bedürfnissen einzubringen, sei es bei der Gestaltung des Tagesablaufs oder der Essenspläne.

Auch kulturelle Bildung ist Bestandteil und Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, sagte anlässlich der ernüchternden Ergebnisse einer aktuellen Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur Wirkung des Bildungs- und Teilhabepakets: "Das Ziel muss es sein, bei der kulturellen Bildung endlich Teilhabegerechtigkeit zu erreichen. Alle Kinder und Jugendliche haben ein Recht, kulturell gebildet zu werden." (siehe Pressemitteilung des Deutschen Kulturrats vom 08.10.2019).

FRÖBEL-Kindergärten, Krippen und Horte haben den Anspruch, Kindern vielfältige kulturelle Bildungsangebote zu machen - eingebettet in den pädagogischen Alltag und durch besondere Projekte. Ein herausragendes Projekt führte das Team des FRÖBEL-Kindergartens Freudenberg, gefördert vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, durch. Unter pädagogischer Leitung von Dirk Schwiedergoll und Philipp Jädicke setzten sich die Kinder gemeinsam mit der Künstlerin Nahed Mansour mit der wechselvollen Geschichte des Areals ihres Kindergartens auseinander.

Im Rahmen des Projekts "Die Geschichte(n) des Freudenbergs – eine kunstvolle Entdeckungsreise" wurden Themen wie Vertreibung, Flucht und Neuanfang zum Gegenstand von kreativen Workshops. Die dabei erarbeiteten Schwerpunkte und Gedanken fanden Ausdruck in künstlerischen Formaten wie der Malerei, Collage und Assemblage, Drucktechnik, Installation und Intervention im öffentlichen Raum. Die Ergebnisse präsentierten die Kinder in einer eigenen Ausstellung, die von April bis Mai 2019 gezeigt wurde. 

Manuela Reißhauer, Leiterin des FRÖBEL-Kindergartens Freudenberg, berichtet in einem kurzen Interview über den Anspruch und die Erfahrungen des Projektes:

Manuela Reißhauer, Leiterin des FRÖBEL-Kindergartens Freudenberg
Manuela Reißhauer

Ihnen war der Teilhabeaspekt bei dem Projekt sehr wichtig. Wie erfuhren die Kinder Selbstwirksamkeit?

Um einen Zugang zum Thema zu bekommen, ließen wir die Kinder den "Freudenberg" nach ihrer eigenen Vorstellung bauen und gestalten. Durch selbstbestimmtes Handeln, die freie Gestaltung mit Materialien, die Entwicklung einer Vorstellung des Aussehens und der Möglichkeiten, die der Berg zum Erkunden hergeben sollte, setzten sie sich gemeinsam sehr intensiv mit dem Thema "Freudenberg" auseinander. 

Wie erlebten die Kinder das ganz konkret?

Im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit mussten die Kinder Absprachen untereinander treffen, wie hoch der Berg werden sollte, welche Farbe er bekommen und wie sich die Form darstellen sollte. Die Entscheidungen wurden stets gemeinschaftlich getroffen, jedes Kind wurde in die Prozesse einbezogen. Das Erlebnis der Gestaltbarkeit der Welt ist eine Erfahrung von Selbstwirksamkeit.

Welche Wirkung hatte das Projekt auf den Kita-Alltag?

Unsere Aufgabe ist es, Kindern die Erfahrung zu ermöglichen, dass sie durch eigene Entscheidungen Dinge verändern und etwas bewirken können, und sie in ihrer Selbstwirksamkeit zu unterstützen und zu ermutigen. Dadurch, dass wir allen Kindern im pädagogischen Alltag den Raum und die Möglichkeit geben, sich einzubringen und Dinge zu entscheiden bzw. zu verändern, gewinnen die Kinder Vertrauen und die Stärke, sich in der Gemeinschaft zu äußern. So gewinnen sie Selbstsicherheit im Umgang und in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und den Mut, Prozesse mitzubestimmen und zu gestalten. 

Publikation

Die Dokumentation des Projektes können Sie hier herunterladen: 

"Die Geschichte(n) des Freudenbergs – eine kunstvolle Entdeckungsreise" (PDF)

Die Rechte von Kindern bilden das Fundament der pädagogischen Praxis in allen FRÖBEL-Einrichtungen. Sie sind in unserem pädagogischen Leitbild fest verankert.   

In den Wochen zwischen dem Weltkindertag und dem 30. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 2019 stellen wir jede Woche ein Kinderrecht aus dem FRÖBEL-Leitbild vor und zeigen, wie es in der täglichen Praxis gelebt wird.   

Weil uns über unsere eigene Arbeit hinaus wichtig ist, dass Erwachsene die Rechte von Kindern verstärkt wahrnehmen und in ihrem Handeln berücksichtigen, unterstützen wir unter anderem die Initiative Kinderrechte ins Grundgesetz.